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Malta Reisebericht Titel Seite 1


Mitten in der Nacht verschlingt der Flughafen Frankfurt Steffi und mich, um uns gegen 4:00 Uhr an Bord eines Flugzeugs Richtung Malta wieder rauszuschießen. Für 15 Tage haben wir das Hotel Plevna in Sliema gebucht. Wer im Juli oder August nach Malta fliegt, dürfte erst nach der Buchung angefangen haben, nähere Informationen über sein Reiseland zu lesen. So wie wir. Denn wer reist schon sehenden Auges in einen schwülen Hochsommer mit 40 Grad Tagestemperatur? Sie? Ach so.

Kurz vor der Landung werden im Flugzeug Einreisekarten verteilt, die wir natürlich brav ausfüllen. War aber nur ein Test, denn nach der Landung will sie keiner mehr sehen. Am Malta Airport werden wir von einem Transferfahrer abgeholt, der zunächst eine kleine Rundfahrt mit uns unternimmt. Anschließend darf auch der Gast, den der Fahrer am Flughafen vergessen hat, noch zusteigen. Malta begrüßt uns mit einem schwülheißen Tag. Man muss wahnsinnig sein, um hier zu leben.

Schon während der Transferfahrt beginnt als Ahnung, was sich im Laufe unseres Urlaubs zur Gewissheit entwickelt: Seit Jahrtausenden pflegt der Malteser eine Liebe zum Loch. Früher bohrte er Löcher in große Steine, heute belässt er sie gern in der Straßendecke oder hämmert sie mit schwerem Gerät in den felsigen Untergrund der Insel, wie wir im Umfeld des Plevna ausgiebig beobachten können. Überhaupt, das Plevna Hotel: Wenn dies tatsächlich ein Mittelklasse-Hotel darstellt, wird man als Gast einer maltesischen "Jugendherberge" wohl mit einer Nummer versehen, fotografiert und ausbruchssicher weggesperrt.

Das Hotelzimmer 202 wird uns zugedacht, und wir fühlen uns geehrt, für wie jugendlich man uns hält. Die Matratzen reichen für die leichten Körper junger Buben und Mädel völlig aus. Rasieren muss sich hier noch keiner, weshalb man im Bad auch getrost auf einen Stromanschluss verzichten kann. Und die Nische, in welcher die Kloschüssel untergebracht ist, bietet mit 55 cm Breite genügend Raum zur Entspannung. Sofern die eigenen Schultern noch nicht viel breiter sind als ein Handtuch.

Minuten später führe ich mit dem Rezeptionisten ein Gespräch. Er bittet uns, die erste Nacht noch im Kinderzimmer zu verbringen. Morgen solle geklärt werden, wohin wir umziehen. Nun, der Minikühlschrank in Zimmer 202 trägt den schönen Namen Electromaria, das soll uns zunächst Entschädigung genug sein. Wir gehen zum Frühstück und lernen dort: Trinke nie den Instantkaffee, den laut Dumont-Reiseführer fast alle Hotels auf Malta morgens anbieten. Wenn man im Plevna Glück hat und für das Frühstück kochendes Wasser vorgehalten wird, ist Schwarztee die bessere Wahl.

Wir machen erste kleine Erkundungsgänge in Sliema und heben mit der EC-Karte am Automaten Geld ab, das wir in großzügige Mengen gekühlten Mineralwassers investieren. Dabei lernen wir gleich die beiden Lokale kennen, die sich zu unseren Favoriten in Sliema entwickeln werden: das Cafe Sao Paulo und den Magic Kiosk. Besonders die großen bequemen Regiestühle, die vor dem Sao Paulo auf der Straße stehen, üben auf übernächtigte Neuankömmlinge eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Später schleppen wir uns in unser klimatisiertes Kinderzimmer, schlafen, essen im Hotel zu Abend und schlafen weiter.

Am nächsten Morgen haben wir nur ganz wenig Rückenschmerzen. An der Rezeption beteuert man uns, dass es heute noch keine Verbesserung darstellte, wenn wir ein anderes freies Zimmer bezögen. Morgen dann aber wirklich werde ein Raum frei, der den Umzug wert sei. Wir trollen uns zum Wartehäuschen der Bushaltestelle an der Fähren-Anlegestelle in Sliema und fahren mit einem der musealen maltesischen Omnibusse nach Valletta.

Öffentlicher Personenverkehr wird auf Malta und der Schwesterinsel Gozo mit einem gut ausgebauten Busnetz ermöglicht. Die Fahrtpreise liegen zwischen 20 und 50 maltesischen Cent, die immer beim Fahrer zu zahlen sind. Es gibt zwar auch Tageskarten, aber die sind mit Preisen ab 1,50 maltesischen Liri (Lm) zu teuer. Abgesehen von einer eintägigen Mietwagen-Tour nach Gozo erschlossen wir uns ganz Malta mit dem Bus. Der aktuelle Busnetzplan ist somit der wichtigste Reisebegleiter. Man kann ihn sich bei der Tourist Information in Valletta kostenlos holen, die Verkehrsgesellschaft ATP veröffentlicht ihn auch auf ihren Internet-Seiten. Masochisten werden die für 150 cm große Menschen konstruierten Sitze in den Bussen lieben. Und sie werden auch gerne für die unübersichtliche, vorwiegend als Werbeträger dienende Version des Busnetzplans Geld bezahlen, die in Souvenirläden verkloppt wird.

Zwischen Sliema und Valletta besteht zwar auch eine Fährverbindung, die aber besser nicht in Richtung Valletta genutzt werden  sollte. Denn Valletta liegt auf dem Rücken einer zum Meer hin steil abfallenden Landzunge. Entsprechend anstrengend ist der Weg von der Anlegestelle zum Zentrum Vallettas, der Republic Street. Nicht, dass der umgekehrte Weg viel angenehmer wäre: Auf dem abgetretenen und löchrigen Pflaster der Gehwege rutscht man mehr bergab, als dass man geht. Natürlich hätte man während eines Aufstiegs viel Zeit, um darüber nachzudenken, warum auf dem Fährschiff "Sliema Valletta Sliema Ferry" steht. Ich meine, so lang wie das Boot ist, hätte man doch auch "Sliema Valletta Sliema Valletta Sliema Ferry" draufmalen können?

Zweite Anlaufstelle nach der Tourist Information sollte das National Museum of Archaeology sein, sofern man sich das Hypogeum ansehen will, ein drei Stockwerke tief in den Kalkfelsen gegrabenes (Loch!) Denkmal der steinzeitlichen Kultur auf Malta. Die Wartezeit für eine der strikt limitierten Besichtigungen ist lang, während unseres Aufenthalts waren es zehn Tage. Und nur im Museum oder direkt am Hypogeum in Paola wurden die Tickets verkauft. Ich empfehle übrigens, das Museum zu besuchen, bevor man sich einen oder mehrere der megalithischen Tempel ansieht. Ohne die Informationen aus dem Museum könnte es sein, dass Sie die reichlich vorhandenen überirdischen Tempelanlagen mit dem Gedanken "och joh, noch'n Haufen großer Steine in der prallen Sonne" betrachten – so wie ich. Ins Museum, einen der wenigen nicht klimatisierten Räume auf Malta, sollten Sie einen Fächer mitnehmen. Übrigens hält das Museum auch gute und saubere Toiletten bereit.

Als überzeugte Kirchgänger nehmen wir uns als nächstes die St. John's Co-Cathedral und die St. Paul's Shipwreck Church vor. Offenbar gab es an diesem Tag ein Fest zu Sankt Johannes' Ehren, denn am St. John Square stehen Johannes und vier Typen mit Bischofsmützen als Puppen in funky Posen auf Podesten. Sieht aus wie eine heilige Boyband: Johnny & The Co's. Drinnen ist die Co-Cathedral vollgepfropft mit leicht angemodertem barockem Prunk. Auch Sankt Pauls Schiffbruchkirche hat was von Rumpelkammer, sagt Steffi. Ich dagegen bin bezaubert von den Gedenkomaten. Das sind längliche Metallschachteln mit einem Münzeinwurf an der Vorderseite. Oben drauf befindet sich eine Reihe kleiner Glühbirnen, die stimmungsvoll kaltes elektrisches Licht spenden, wenn man sie einschaltet. Herrlich pragmatisch.

Ansonsten sind die Malteser dermaßen erzkatholisch, dass einem die Augen tränen. Die maltesischen Busse verlören ihre Straßenverkehrszulassung, würde jemand all die Kreuze, Heiligenbildchen und -figuren aus ihnen entfernen. Softies hängen die kitschigen Pop-Marien- und Pop-Jesus-Bildchen raus, die Sado-Maso-Fraktion bevorzugt den blutüberströmten Schmerzensmann mit Dornenpiercing. Täglich feiern einige der unzähligen Kirchengemeinden ihren ortszuständigen Heiligen. Die Malteser nennen das Festa, und ohne ein großes Feuerwerk geht da gar nichts. Wir waren ständig von Rauchwolken und Geböller (tagsüber) oder Feuerwerk und Geböller (nachts) umgeben. Sonn- und Feiertage erkennt man daran, dass es noch häufiger knallt als wochentags. Aus lauter Dankbarkeit hat China seinem Großkunden Malta ein Trockendock spendiert.

Der dritte Tag. Die Schwüle lässt nach. Wir räumen das Zimmer 202 und müssen warten, bis unser neues Zimmer frei wird. Also kauft Steffi einen Stapel Postkarten nebst Briefmarken, und wir gehen zum Sao Paulo, dem Cafe mit den bequemen Stühlen. Ein guter Ort, um stundenlang Grüße an die Lieben daheim zu schreiben beziehungsweise, was mich betrifft, zu unterschreiben. Sehr lecker mundet dazu der/die/das Kinnie, eine maltesische Limonade aus Bitterorangen und Kräutern. Bei dem heißen Wetter ist es ohnehin Pflicht, zu saufen wie ein, Sie ahnen es: Loch. Wasser, gerne verdünnt mit Kinnie, wird unser Leibgetränk auf Malta. Eher bäh ist dagegen das Konkurrenzprodukt namens Krest.

Wir beziehen unser neues Zimmer, sind zufrieden und machen erst mal Siesta. Später fahren wir nach Valletta und genießen einen Spaziergang durch fast menschenleere Straßen in angenehm lauer Abendluft. Johnny & The Co's sind verschwunden, dafür trifft man Vorbereitungen für ein Weinfest. Dieses Fest fand einige Tage später bei den Upper Barracca Gardens statt, war völlig überlaufen und kostete auch noch Eintritt. Wir haben auch ohne den Festbesuch gelernt, dass es mit dem maltesischen Wein ähnlich ist wie mit dem laut Dumont angeblich so leckeren maltesischen Cappuccino: Gehe in Deutschland zum Winzer oder zum Italiener, dort bekommst du bessere Ware. Was wir davon auf Malta und Gozo kosten, geht immerhin mit dem Prädikat "zum Wegschnuddeln in Ordnung" durch.

Am nächsten Morgen fahren wir nach Marsaxlokk, von dessen Markt wir gelesen haben. Unter der Woche ist damit aber nicht viel los, in dem verschlafenen Fischerort finden sich nur wenige Marktstände auf dem Kai. Trotzdem, gerade wochentags lohnt sich ein Besuch, um einen Vergleich mit dem Getümmel zu haben, das hier sonntags losbricht. Wir stellen fest, wie günstig auf dem Markt die Preise im Vergleich zu den Touristenzentren sind und kaufen die ersten Mitbringsel. In einem Restaurant am Hafen essen wir lecker Fish and Chips. Laut Speisekarte ist dies nur ein Snack, was für schwer schuftende Bauarbeiter durchaus zutreffen mag. Wir dagegen sind für den Rest des Tages satt.

Nach Sonnenuntergang spazieren wir durch die engen Nebenstraßen Sliemas. Die Fassaden der katholischen Kirchen Stella Maris und Sacred Heart recken sich selbstbewusst dem Abendhimmel entgegen. Die anglikanische Holy Trinity Church dagegen scheint genau zu wissen, dass sie nicht dem einzig wahren Glauben geweiht ist und duckt sich weg. Wieder landen wir im Magic Kiosk und probieren den Eiskaffee und das Cisk Lager Bier. Ersterer ist eine ungute Mischung aus Instantkaffee und industriell hergestelltem Eis. Das Lager schmeckt wie ein recht süßes Exportbier. Während aus dem Fernseher Musikvideos der 80er Jahre dudeln, beschallt uns gleichzeitig vom Taxistand vor dem Magic Kiosk aus ein Fahrer mit Andrea Bocellis Sangeskunst. Das ist südländisches Flair, glaube ich.

A propos Eis aus der Fabrik. Wir haben uns redlich bemüht, auf Malta eine Quelle für frisch zubereitetes Eis zu finden. Ja, eine einzige gab es, die kleine Eistheke Link Up in Sliema. Aber auch hier schmecken viele Eissorten stark nach Geschmackskonzentrat, und zu sahnig sind sie alle. In Lokalen und an Kiosken stammte das lose verkaufte Eis durchweg aus Großproduktion und war von billiger Qualität.

Der fünfte Tag beginnt mit einer Hafenrundfahrt mit Captain Morgan Cruises. Kann man mal machen, weil, die Ausblicke sind teils ganz schön. Als das Schiff die erste Hafenbucht verlässt, um eine kurze Strecke über das offene Meer zum nächsten Hafen zu fahren, werden wir vom Seegang lustig umher geworfen. Steffi meint, von längeren Inselrundfahrten sollten wir wohl besser absehen. Immerhin normalisiert sich ihre Gesichtsfarbe nach einer Stunde an Land wieder, so dass wir eine Kleinigkeit zu Mittag essen können.

Am Nachmittag gehen wir auf der Torri Street an der Nordküste Sliemas bis zum St. Julian's Tower. Die Triq Torri ist besonders in den Abendstunden ein hervorragender Ort zum Leute gucken. Von maltesischen Rentnern bis zur aufgetakelten Blondine nebst Hündchen und bodygebildetem Zuhälter flaniert hier ein bunter Menschenzoo vorbei. Lustig auch der Inhalt der vollgepackten Omnibusse: Herzallerliebst herausgeputzte Discogänger strömen gen Westen nach San Giljan (St. Julians). Wir verbringen mehrere Abende hier und können uns nicht satt sehen.

Erst um 8:30 Uhr finden wir uns am nächsten Morgen im Speisesaal des Plevna ein, wir wollen es heute etwas ruhiger angehen lassen. Denkste. Das Personal rennt gestresst umher, der Tee ist mangels kochenden Wassers ungenießbar. Wir verlassen das Hotel und holen vor der Kantine des Hotels Preluna Towers an der Triq Torri erst mal in aller Ruhe unseren Tee nach. Nebenan ist die Haltestelle für den Bus, der uns zum Ta' Quali Crafts Village bringt. Hier gibt es in den Baracken eines ehemaligen Flugplatzes viele Silberschmiede, eine Art überteuerten Cri-Cri auf Maltesisch und die Glasbläserei Mtarfa (im Dumont als Mdina bezeichnet). Dort kann man nicht nur Glasbläsern bei der Arbeit zusehen, es gibt auch einen großen, hellen Verkaufsraum, und ich staune über die Menge an bunt und aufwendig gestalteten Exponaten. Wer preisgünstige Mitbringsel aus Glas, Ton oder Silber sucht, sollte sich in Ta' Quali umsehen. Für Produkte aus maltesischer Spitze ist allerdings Marsaxlokk der bessere Anlaufpunkt.

Natürlich gibt's im Crafts Village auch eine Snackbar. Wir kaufen uns was zum Mitnehmen und ziehen uns zum Essen in eine ruhige Ecke zurück, wo wir prompt von drei zerzausten Katzen aufgespürt und angebettelt werden. Wir haben auf Malta viele verwahrloste und erkrankte Katzen gesehen. Gepflegte Hauskatzen waren die Ausnahme. Die Motive der Cats of Malta, die man auf Postkarten an jedem Souvenirstand findet, wurden deshalb auch bei einem Tierfrisör in Bad Homburg aufgenommen. Immerhin gibt es Leute, die die abgemagerten freilebenden Katzen regelmäßig mit etwas Futter versorgen. Das war's dann aber wohl schon.

Auch am siebten Tag geben wir unsere Hoffnung nicht auf, am Plevna noch ein gutes Haar zu finden und begeben uns zum Lido des Hotels. Die Liegen kosten für Hotelgäste zwar nochmal 1 Lm extra pro Tag, sind dafür aber angenehm schäbig. Der Lido besitzt eine Bar, die zum Meerwasserpool hin ausgerichtet ist. Wir ärgern einige Hotelgäste, weil wir mit unseren Liegen ihren seit Generationen angestammten Platz eingenommen haben. Später ziehen wir in den hinter der Bar liegenden Teil des Lido um, denn am Pool wird es zu voll und laut. Hier bläst uns ein Ventilator lecker Frittenfettaroma aus der Bar um die Nase. Wir verlassen den Lido und gehen ein Stück an der Felsenküste entlang, finden aber keinen guten Ausruh- und Badeplatz. So viel zum Thema Badeurlaub in Sliema.

Nach einer ausgedehnten Siesta im Hotelzimmer holen wir uns im nächstgelegenen Krämerladen außer Wasser auch die Sonntagsausgabe der maltesischen Times. Stellen Sie sich bitte jetzt ein provinzielles Käseblatt mit einer Doppelseite für religiösen Zuspruch und einer dicken Beilage für Kaufsüchtige vor, Texte natürlich alle in englischer Sprache. Haben Sie's? Bitte sehr: The Malta Times am Sonntag.

Tags darauf fahren wir nach Paola zum Tarxien-Tempel. Zunächst versuche ich, mir das Gelände durch den Text im Reiseführer zu erschließen. Dann aber meint Steffi, wir sollten uns einer Führung durch die Anlage anschließen, für die ein Mitglied des Aufsichtspersonals bereits zwei andere Touri-Damen als Opfer gefunden hat. Der Tempelaufseher ist ein verhuschtes nervöses Kerlchen, und entsprechend gestaltet sich seine "Führung". Ich versuche eine Weile, seinen wirren Ausführungen zu folgen und ziehe mich dann zurück, um mich dem Fotografieren zu widmen. Die Frauen lassen das Gefasel des Aufsehers noch einige Zeit weiter über sich ergehen und beweisen damit Tapferkeit oder Mitleid oder was.

Wir lassen die ollen Steine mit Löchern hinter uns und sehen uns das lebhafte Zentrum Paolas näher an. Obwohl die Kleidergrößen in den Geschäften Maltas ausschließlich bei S und XS liegen (bei gelegentlichen Sichtungen von M und ein- oder zweimal L handelte es sich bestimmt um Druckfehler auf den Etiketten), lässt Steffi sich nicht davon abbringen, das x-te Kleidergeschäft zu betreten. Sie sagt, sie macht das, weil es drinnen immer so schön klimatisiert ist. Ach, na dann.

Im Restaurant Harbour Lights in Marsaxlokk essen wir leckeren frischen Oktopussalat und Penne Arrabiata zu Mittag, dann geht es über Valletta wieder zurück nach Sliema. Wir verzichten auf das Dinner im Hotel, weil wir unbedingt mal einen der appetitlich riechenden Hamburger im Magic Kiosk essen wollen. Hamburger kommen auf Malta als Bausatz auf den Tisch, sofern man sie nicht bei einer der sattsam bekannten Burgerketten bestellt. Die Bulette liegt zwar erwartungsgemäß im aufgeschnittenen Brötchen. Salat, Ketchup, Mayo liegen aber gesondert bei. Im Magic Kiosk schmeckt der Hamburger hervorragend, weil das Hackfleisch frisch hergestellt und nicht tiefgefroren von der Fabrik gekauft ist. Nur beim Cheeseburger patzen sie, weil sie viel zu große und zu dicke Goudascheiben zwischen die Brötchenhälften knallen. Seltsamerweise kann man seinen Burger sogar mit Ei belegt bestellen, zusätzlich zur Bulette. Wir vermuten, dass das Nachwehen aus der Zeit sind, als Malta noch zum britischen Empire gehörte.

Beim anschließenden Spaziergang wird mir klar, was mir an Malta gar nicht gefällt. Es geht nicht darum, dass die Malteser ein Volk von Wahnsinnigen sind. Da ich aus Frankfurt komme, kann ich schließlich selbst nich ganz dicht sein. Und dass sich die Insel für einen klassischen Badeurlaub auch nicht eignet, mir doch egal. Nein, nervig an Malta ist, dass es hier so gut wie keine entspannte Erde gibt, also kaum naturbelassene oder naturnahe Räume. Fast jeder Quadratmeter ist vom Menschen genutzt. Es gibt viel Kultur zu sehen, aber ein wenig Natur zur Abwechslung und zum Durchatmen, das vermisse ich. Weiß eigentlich jemand, ob der Verzehr von Hamburgern depressiv macht?

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Anmerkungen

Hotel Plevna: Rund 1.500,- Euro für zwei im DZ, Halbpension, incl. Flug und Transfer. ÜF wäre wegen der vielen Einkaufsmöglichkeiten und Lokale in Maltas Norden völlig ausreichend gewesen. Zurück zum Text

Dumont-Reiseführer: 1. Katja Müller, Malta, 120 Seiten mit Faltplan, Dumont direkt. Kurz gefasst, viele Hinweise aufs Nachtleben. 2. Hans E. Latzke, Malta, 240 Seiten incl. Atlas, Dumont Reisetaschenbuch. Für kulturell Interessierte, viele interessante Detailinformationen und Hintergrundartikel. Zurück zum Text

EC-Karte: An allen Geldautomaten, die das Maestro-Logo tragen, können Sie von Ihrem Girokonto Geld abheben. Da jede Transaktion 5 Euro Gebühren kostet, sollten Sie darauf achten, lieber selten die Höchstmenge von 100 Lm abzuheben, anstatt häufiger kleinere Beträge. Die wichtigsten Banken auf Malta heißen HSBC und BOV. Noch ein Tipp: Heben Sie die Münzen für Busfahrten auf, die Fahrer reagieren auf Geldscheine manchmal etwas knurrig. Zurück zum Text

Cafe Sao Paulo, Sliema: Triq Ix-Xatt (The Strand) Ta' Tigne 25. Neben dem Eingang zur Tigne Einkaufsgalerie. Zurück zum Text

Magic Kiosk, Sliema: Pjazza St. Anna, an der Triq Ix-Xatt (The Strand). Direkt vor dem Lokal liegt der Taxistand. Das Essen ist gut, die Kellner etwas hochnäsig, die Toiletten schlecht. Trotzdem, ein netter Ort zum Verweilen. Zurück zum Text

Bushaltestelle "Ferry Boat", Richtung Valletta: Leider sind die Haltestellen nicht mit Namensschildern ausgestattet. Diese Haltestelle mit Wartehäuschen ist zu finden, wenn Sie vom Magic Kiosk aus zum Kai  hinüber und dann etwa 100 m nach rechts gehen. Die Nummern der Buslinien nach Valletta beginnen alle mit der Ziffer 6 und hängen an einer Tafel aus. Ist ein Bus zu voll, warten Sie einfach den nächsten ab, der in ein paar Minuten folgt. Zurück zum Text

Tourist Information in Valletta: Vom Busbahnhof aus durch das Stadttor und gleich dahinter rechts. Hier gibt es viel Informationsmaterial kostenlos. Zurück zum Text

ATP im Internet: www.atp.com.mt Zurück zum Text

Briefmarken: Gibt es überall zu kaufen, wo Sie Postkarten erhalten. 16 Cent kostete während unseres Aufenthalts der Versand nach Europa. Wir haben die Karten im Hotel abgegeben, sie waren etwa eine Woche nach Deutschland unterwegs. Zurück zum Text

Kinnie: Der deutsche Importeur H. W. Morawetz betreibt im Internet die Seiten kinnie.de und weinimport24.de; nach meinen Erfahrungen mit einer in 2007 völlig erfolglos verlaufenen Bestellung scheinen das aber nur noch "Geisterseiten" zu sein. Im April 2009 meinte Michael aus hbriele.de, der Versand funktioniere wieder. Ihre Hinweise gerne per E-Mail. Zurück zum Text

Restaurant am Hafen, Marsaxlokk: Den Namen und die Adresse habe ich leider nicht notiert. Es liegt direkt gegenüber des weiter unten erwähnten Lokals Harbour Lights, an einer Ecke des Kirchplatzes. Zurück zum Text

Link Up, Sliema: Ecke Triq Ix-Xatt (The Strand) und Triq Torri, wenige Meter westlich vom Magic Kiosk. Zurück zum Text

Harbour Lights: Xatt Is-Sajjed, Marsaxlokk. Gegenüber der nördlichen Ecke des Kais, mit Blick auf Hafen und Kirchplatz. Zurück zum Text

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